Lage:
Die Stadt ist ein berühmter Kurort, den im 18. und 19. Jahrhundert Prominente aus ganz Europa besuchten. 1812 trafen hier Beethoven und Johann Wolfgang von Goethe zusammen.
Teplice liegt in 230 m Höhe über dem Meeresspiegel am südlichen Fuß des Erzgebirges, nördlich vom Böhmischen Mittelgebirge im nordböhmischen Becken.
Geschichte:
Die Quellen von Teplitz sollen der Sage nach 762 entdeckt worden sein. Urkundlich wurde die Stadt im 12., die Bäder im 16. Jahrhundert erwähnt. Königin Judith war es, die in den Jahren 1158–1164 etwa an der Stelle des heutigen Schlosses ein Benediktinerinnenkloster „ad aqua calidas“ (bei den warmen Wassern) gründete und es reich ausstattete. Der slawische Wortstamm für „Wärme“ findet sich auch im Ortsnamen wieder; sowohl in der tschechischen, als auch in der von dieser abgeleiteten deutschen Form.
Zu einem wichtigen Zeitabschnitt für Teplitz wurde der Beginn des 16. Jahrhundert, als es zu einer grossen Entfaltung des Kurwesens kam.
Die goldene Ära trat für Teplitz in der Epoche des Klassizismus ein. Nach dem Feuerbrand im Jahre 1793 veränderte die Stadt ihr Gesicht – mit aktiver Unterstützung von Herrschern der umliegenden Länder. Es wurde eine ganze Reihe neuer Kurhäuser errichtet und die Stadt mit ihren Kurbädern erreichte einen wahrhaft repräsentativen Charakter. Besuche von Persönlichkeiten der damaligen Welt zogen eine vornehme Gesellschaft in den Kurort. Den Weltruf der Bäder mass man an der Menge der anwesenden Aristokratie und Teplitz wurde wirklich zum „Salon Europas“. Zu Besuch waren hier Herrscher wie z.B. der schwedische König Gustav IV., die Kaiserin Marie Louise, der preusissche König Friedrich Wilhelm III. oder der holländische König Ludwig, der Bruder Napoleons. Ebenso trugen Persönlichkeiten der Kulturwelt zum Aufstieg von Teplitz bei. Im Jahre 1812 waren hier zum ersten Mal Goethe und Beethoven einander begegnet. Beethoven verfasste hier seine legendären "Briefe an die Unsterbliche Geliebte“. Auch die Brüder Humboldt, der eine Naturforscher, der andere Staatsmann, waren langfristig zu Besuch im Bad. In Teplitz fanden auch internationale Verhandlungen statt und die Stadt bewahrte ihren Ruf eines europäischen Zentrums. Im Jahre 1860 trafen sich hier der Kaiser Franz Josef I. mit dem preussischen König Wilhelm, im Jahre 1878 war der deutsche Kaiser Wilhelm I. zu Kur.
Therapeutische Behandlungen:
Basis der Heilbehandlung bilden die aus den Porphyrschichten hervorspringenden Thermalquellen. Das Teplitzer Thermal-Mineralwasser wird charakterisiert als ein natürliches, leicht mineralisiertes, vom Natrium-Hydrogencarbonat-Sulfat-Typus, mit erhöhtem Gehalt an Fluoriden und mässigem Anteil an Radon. Zu Zwecken der Heilbäder werden die Heilquellen „Urquelle“ und „Hynie“ gebraucht. Die Temperatur des quellenden Thermalwassers liegt bei 39-44 °C.
In allen Kurhäusern wird das Quellwasser überwiegend zur Behandlung des Bewegungsapparates und von Gefässerkrankungen verwendet. Gute Ergebnisse aufgrund von Medizin und Balneologie zeigt die Therapie von Zuständen nach Unfällen und die Behandlung von Kindern mit Beweglichkeitsdefekten als Folge einer Beschädigung des zentralen Nervensystems. Mit Erfolg werden auch durch Vibrationen verursachte Berufskrankheiten behandelt.
Indikationen:
Erkrankungen des Bewegungsapparates:
Störungen des Bewegungsapparates, welche entzündlichen oder degenerativen Ursprungs sind, vertebrogene Syndrome, Erkrankungen von Muskeln, Bändern und Sehnen, Zustände nach Unfällen und Operationen des Gelenk-Systems, angeborene orthopädische Defekte, Skoliosen, juvenile wie chronische Arthritiden.
Gefäßerkrankungen:
Krankheiten der peripheren Venen, Krankheitsbilder nach Gefässentzündungen und chronischen lymphatischen Anschwellungen, Zustände nach Operationen des Venensystems, berufsbedingte Vasoneurosen, Hypertens-Erkrankungen des I.-III. Grades.
Nervenerkrankungen:
Zustände nach Schlaganfällen, Zustände nach Operationen der Wirbelsäule und des Gehirns, multiple Sklerose, angeborene Paralyse, zerebrale Kinderlähmung, Beweglichkeitsstörungen nach Entzündungen von Hirn und Rückenmark sowie Muskelerkrankungen.
Psychische Erkrankungen:
Psychosen in Remission und neurologische Störungen.