Lage und Klima:
Der heilklimatische Kurort Gräfenberg liegt an einem waldreichen Hang des Höhenzuges Rychlebske hory (Reichensteiner Gebirge) in einer Höhe von 620 m ü. d. M im äußersten Nordosten von Mähren. Durch seine Lage dominiert das Bad Priessnitz "Priessnitzovy léèebné láznì AG" Jeseník über dem breiten Tal in dem zwei Kilometer vom Kurort entfernt die Stadt Jeseník (Freiwaldau) liegt.
Die geschützte geographische Lage verleiht dem Bad ein besonders günstiges, feuchteres, mäßiges Reizklima. Die außer gewöhnlich reine, negativ ionisierte Luft in Verbindung mit der herrlichen Umgebung des 1969 zum Landschaftsschutzgebiet erklärten Jeseniky-Gebirges (Altvatergebirge) bieten ganzjährig ideale Voraussetzungen für einen Kur- oder Erholungsaufenthalt.
Geschichte:
Bad Jesenik wurde 1820 von Vincenz Priessnitz, einem Bauernsohn aus Gräfenberg, gegründet. Er entdeckte die Heilwirkung des hiesigen kalten Quellwassers. 1822 eröffnete er in seinem Geburtshaus die erste Wasserheilanstalt der Welt, in der die Priessnitz Therapie angewendet wurde: Kaltwasserbehandlungen in Verbindung mit gesunder Lebensführung, körperlicher Betätigung und Klimatherapie.
Indikationen/Kontraindikationen:
Indikationen:
Erkrankungen des Kreislaufsystems:
Hypertension, ischämische Herzkrankheit, Heil-Bildungsaufenthälte für Patienten mit prognostisch beachtlichen Risikofaktoren (Dyslipoproteinämie, Hypertension, Diabetes melitus, Übergewichtigkeit, Hyperurikämie, genetische Belastung).
Erkrankungen verursacht durch Stoffwechsel- und Hormondrüsenstörungen:
erhöhte Funktion der Schilddrüse, postoperative Zustände der Schilddrüse, postoperative Zustände der Nebennieren und des Hypophysenadenoms.
Nichttuberkulöse Erkrankungen der Atemwege:
Asthma bronchiale, chronische Bronchitis, chronische obstruktions-pulmonale Erkrankung, postoperative Zustände der Atemwege, chronische Nasennebenhöhlen-Entzündungen, Rachen- und Stimmbänder-Schäden als Folge von Stimmenüberbelastung, Heuschnupfen, Zustände nach Lungenentzündung, Lungenfibrosen, Pneumokoniosen.
Psychische Störungen:
Neurotische Störungen, Depressionen, psychosomatische Störungen, Schlafstörungen usw.
Hauterkrankungen:
atopisches Ekzem, Dermo-Respiratorisches Syndrom
Frauenerkrankungen:
Funktionsstörungen, klimakterisches Syndrom, Blutungsstörungen
Kontraindikationen:
- akute entzündliche Erkrankungen und bösartige Tumore
- Kreislaufversagen
- Zustände nach tiefen Thrombosen und Thromophlebitis
- labiler und dekompensierter Diabetes mellitus
- häufige, sehr starke Blutungen aller Art
- Kachesie und Epilepsie
- Harn- und Stuhlinkontinenz
- Hypertonie mit diastilischem Blutdruck über 120mg HG (16 kPa)
- Schwangerschaft
Behandlungsmethoden:
- Kohlensäure-, Perl-, Wirbel-, Kräuter-Wechselbäder
- trockene Kohlensäurebäder, galvanisches Vierzellenbad
- Schottische Duschen
- Kneippsches Wassertreten im Freiluftbassin (4x6 m)
- Wasseranwendungen nach Preissnitz
- Unterwassermassagen, Schwimmen, Wassergymnastik
- Paraffinpackungen
- klassische Massagen
- manuelle Lymphdrainage
- Einzelgymnastik, Ergometertraining
- Einzel- und Rauminhalationen
- Elektro- und Magnettherapie
- Salzgrotte, Höhensonne
- Gasinjektionen
Priessnitz-Methode:
Es handelt sich um eine medizinisch überprüfte, wertvolle, historische Behandlung, die zur Durchblutungsverbesserung nicht nur der Beine führt, sondern durch die Reflexe wird gleichzeitig die Durchblutung von Kopf, Hals und Oberkörper verbessert. Deshalb empfehlen wir regelmäßig täglich im Freiluft-Wasserbecken mit dem durchfließenden kaltem Wasser von Temperatur 8° bis 15°C im "Storchenschritt" zu treten, was zur Verbesserung der Blutgefäße- und Herzfunktion, zur Erhöhung der Widerstandskraft gegen Infektionen, gegen physikalischen und psychischen Stress führt. Eine leichte physische Aktivität durch Gehen im leicht gewellten Gelände ist für die Vorwärmung vom Organismus vor dem Bad nötig. Nach dem Bad ist das Wasser abzustreifen - am besten mit einem Frotteehandtuch - und ein anschließender Spaziergang im Gelände wichtig.